Hinter jeder Website stecken klare Sprachen. HTML sorgt für die Struktur, CSS für das Design und JavaScript für die Dynamik. Wer seine Website selbst entwickelt, sei es mit WordPress oder direkt im Quelltext, stößt früher oder später auf Fragen. Seit Kurzem gibt es dafür einen neuen Assistenten: KI, Künstliche Intelligenz.
Doch KI ist nicht gleich KI. Jedes Modell hat seine eigenen Stärken. Claude überzeugt beim Schreiben und Erklären von Quelltext, ChatGPT erstellt Grafiken und Bilder, Gemini unterstützt bei SEO und GEO, während Perplexity aktuelle Informationen und Quellen liefert. Wer die passenden Werkzeuge gezielt einsetzt, spart viel Zeit und kommt oft schneller ans Ziel.
Wir schreiben hier über die kostenlosen Versionen.
HTML, CSS & JavaScript: Wer schreibt den besten Quelltext?
Claude.ai (Anthropic) gehört zu den stärksten KI-Modellen, wenn es um HTML, CSS und JavaScript geht. Es folgt Anweisungen sehr präzise und erzeugt meist sauberen, modernen und gut strukturierten Quelltext. Auch beim Finden und Erklären von Fehlern spielt Claude seine Stärken aus. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Claude kann keine Website über ihre URL analysieren. Wenn du Hilfe zu einer bestehenden Seite benötigst, musst du den Quelltext kopieren und in das Chatfenster einfügen.
ChatGPT und Gemini können den Quelltext einer öffentlich erreichbaren Website über ihre URL auslesen und analysieren. Dadurch erkennen sie unter anderem HTML-Strukturen, CSS-Klassen und IDs, ohne dass du den Quelltext selbst kopieren musst. Der erzeugte Code funktioniert meist zuverlässig. Er fällt jedoch gelegentlich unnötig komplex aus oder verwendet ältere Techniken.
Wenn du ein Symbol, eine Illustration oder ein Beispielbild für deine Website benötigst, liefert ChatGPT in der Regel die überzeugenderen Ergebnisse. Besonders bei Grafiken für Weblayouts arbeitet die Bildgenerierung präziser als Gemini.
⚠️ Achtung vor Halluzinationen: KI-Modelle können Funktionen, HTML-Attribute, CSS-Klassen oder JavaScript-Befehle erfinden, die es gar nicht gibt. Überprüfe den erzeugten Quelltext deshalb immer sorgfältig und teste ihn, bevor du ihn auf einer Website einsetzt.
SEO und GEO: Werden deine Inhalte gefunden?
Die klassische Suchmaschinenoptimierung (SEO) soll dafür sorgen, dass eine Website in den Suchergebnissen möglichst weit oben erscheint. Hinzu kommt ein neuer Bereich: Generative Engine Optimization (GEO). Dabei geht es darum, Inhalte so aufzubereiten, dass KI-Systeme sie leichter verstehen, als Quelle heranziehen und in ihren Antworten berücksichtigen.
Gemini wird von Google entwickelt und orientiert sich bei der Analyse und Optimierung von Inhalten an den Prinzipien der Google-Suche. Das macht die KI zu einem nützlichen Werkzeug, wenn du Texte, Überschriften oder die Struktur einer Website im Hinblick auf SEO verbessern möchtest. Auch für GEO liefert Gemini wertvolle Hinweise, wie Inhalte klarer und verständlicher aufgebaut werden können.
Perplexity verbindet KI mit einer Suchmaschine und nennt zu seinen Antworten die verwendeten Quellen. Suche nach einem Thema, das deine Website behandelt. Erscheint deine Seite als Quelle, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass deine Inhalte von KI-Systemen erkannt und berücksichtigt werden. Perplexity eignet sich deshalb gut, um zu überprüfen, wie sichtbar deine Inhalte für generative Suchsysteme sind.
Datenschutz: Sicher mit KI arbeiten
Auch bei der Nutzung von KI gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Eine einfache Regel hilft im Alltag: Lade keine vertraulichen oder personenbezogenen Daten hoch. Dazu gehören Passwörter, API-Schlüssel, interne Dokumente, Kundendaten oder andere Informationen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Bei vielen kostenlosen KI-Diensten können Eingaben zum Verbessern der Modelle verwendet werden.
Für Webmaster gibt es aber auch Entwarnung: Inhalte, die bereits öffentlich auf deiner Website stehen, kannst du der KI in der Regel bedenkenlos zeigen. Dazu gehören beispielsweise HTML- und CSS-Quelltext, Impressum, Produktbeschreibungen oder andere frei zugängliche Texte. Was ohnehin im World Wide Web veröffentlicht ist, enthält keine zusätzlichen Geheimnisse. Anders sieht es bei noch unveröffentlichten Inhalten oder internen Informationen aus. Diese solltest du nicht ohne Weiteres an einen KI-Dienst übermitteln.
Die richtigen Prompts: So versteht dich die KI
Die Qualität der Antwort hängt stark von deiner Anweisung ab. Je genauer du beschreibst, was du erreichen möchtest, desto besser fällt das Ergebnis aus. Diese beiden Vorlagen kannst du direkt übernehmen und an deine eigenen Projekte anpassen.
Prompt für HTML, CSS und JavaScript
Diesen Prompt kannst du beispielsweise mit Claude oder ChatGPT verwenden. Füge anschließend einfach deinen Quelltext an.
„Du bist ein erfahrener Webentwickler. Analysiere den folgenden Quelltext auf Fehler, veraltete Techniken und Verbesserungspotenzial. Achte auf valides HTML5, modernes CSS, sauberen JavaScript-Code, Barrierefreiheit und eine übersichtliche Struktur. Erkläre gefundene Probleme kurz und liefere anschließend den vollständig korrigierten Quelltext in einem Codeblock. Hier ist mein Quelltext: [QUELLTEXT EINFÜGEN]"
Prompt für SEO und GEO
Diesen Prompt kannst du beispielsweise mit Gemini oder ChatGPT verwenden. Füge anschließend deinen Text ein.
„Überarbeite den folgenden Text im Hinblick auf SEO und Generative Engine Optimization (GEO). Achte auf eine klare Struktur, aussagekräftige Überschriften und verständliche Antworten auf typische Nutzerfragen. Ergänze bei Bedarf einen FAQ-Bereich und formuliere den Text so, dass sowohl Suchmaschinen als auch KI-Systeme den Inhalt leicht erfassen können. Hier ist mein Text: [TEXT EINFÜGEN]"
Mit den passenden Prompts wird KI zu einem vielseitigen Werkzeug. Ob Quelltext, Bilder, SEO oder GEO: Wer das richtige KI-Modell für die jeweilige Aufgabe auswählt und präzise Anweisungen formuliert, kommt oft schneller und effizienter zum Ziel.
Weiterführende Links
- Claude.ai: KI-Assistent für sauberen Code und Text-Optimierung
- ChatGPT: KI-Tool zur Quelltext-Analyse via URL und für Bildgenerierung
- Google Gemini: KI-Plattform von Google zur SEO- und GEO-Unterstützung
- Perplexity.ai: Antwortmaschine zur Überprüfung von KI-Quellennachweisen